Montag, 18. Juli 2011

Quito (Januar 2010)


Altstadt von Quito
Willkommen Quito! Wir hatten schon viel gehört von den Tricks der Straßenräuber und uns stets in Acht genommen. Die Letzteren sind aber extrem gewieft und so bekam Jane gleich nach Ankunft am Terminal eine undefinierbare Plörre über ihre Jacke geschüttet- ein Manöver, welches die jeweilige Person ablenken soll. Dann taucht meist ein Komplize aus dem Nichts auf um seine Hilfe anzubieten, während ein anderer klammheimlich die Tasche/das Portemonnaie klaut. Aber nicht mit uns! Dank Lonelyplanet und Internettipps kam uns die Aktion gleich scheinheilig vor; wahrscheinlich erlebt fast jeder Reisende in solchen Ländern diesen oder einen ähnlichen Trickbetrug(sversuch) einmal am eigenen Leibe. Man hatte schon ein mulmiges Gefühl in dieser Stadt, in der alle Leute, inklusive der Einheimischen, ihre Rucksäcke auf dem Bauch trugen aus Schutz vor Dieben. Trotzdem gefiel uns das, was wir bei unserem kurzen Aufenthalt von Quito gesehen haben, besonders die pittoreske Altstadt.



 





Mancora (Januar 2010)

Geleitet vom Tipp eines Travellers, machten wir uns auf gen Norden zum Partystrand Mancora. Hier gab es viele junge Leute und Hippie-Strandverkäufer, ständig Parties und günstige Unterkünfte für die anspruchslosen Pleitebackpacker. Am Strand konnte man Pferde zum Austritt mieten, die einem einfach so überlassen wurden. Es war verdammt cool, im Sonnenuntergang ganz allein über den Sand zu galoppieren und sie durchs Wasser traben zu lassen. Der Traumvorstellung von Mancora wurde jedoch leider ein jähes Ende gesetzt, als Laura am nächsten Morgen beim Joggen am Strand von einem maskierten Banditen überfallen wurde und ihr Hals Bekanntschaft mit einem Messer machte. Adé 80 Gigabyte Ipod…





Lima (Januar 2010)

Lima ist eine große, anstrengende und überfüllte Stadt. Jane verbrachte hier nur ein paar Tage, aber Laura verweilte relativ lange mit den Einheimischen, viel Positives kann sie leider aber nicht über die Peruaner berichten. Viele von ihnen empfand sie als Machos; das man angebaggert wurde und es sich dann herausstellte, dass der Typ Frau und Kinder hatte, war nichts Überraschendes und selbst ihr Couchsurfer entpuppte sich als nachstellender Fatzke. Unterdessen war das Leben am Strand (in Flores) sehr lässig: überall tummelten sich Surfer, Skater und Akrobaten. Trotzdem ist der Strand an sich, welcher hauptsächlich aus Steinen und grauem Sand besteht, nicht wirklich weltklasse. Höhepunkt dieses Aufenthaltes war ein Paragliding-Tandemflug über die Strandpromenade Limas! Es kostete einen ganz schön Mut, über die an den Strand angrenzenden 70 Meter hohen Klippen herunterzuspringen, bevor man in die Lüfte stieg. Es war dann im Endeffekt aber weniger dramatisch, als es sich wahrscheinlich liest, denn das Flug verlief sehr sanft und unturbulent. Es war ein berauschendes Gefühl, so dahin zu schweben und die Miniatur-Surfer und scheinbaren Spielzeugautos aus der Vogelperspektive zu beobachten. 

Parque de Amores

Laura probiert sich im Surfen

Akrobatik an der Strandpromenade
Diesen Berg musste man hinunterspringen!













Nazca (Januar 2010)


Auf dem Weg nach Lima, stoppten Lee und Laura bei der- den Schildern zufolge- höchsten Sanddüne der Welt, dem „Cerro Blanco de Nazca“, um sich dort im Sandboarding zu versuchen. Der Ort war nicht sonderlich entwickelt und so musste man zu Fuße, drei Stunden in der Hitze und obendrauf mit Sandboards beladen, den Berg erklimmen. Oben angekommen, ging der Spaß dann endlich los: unter viel Hingefalle schaffte man es beizeiten auch mal einen gesamten Dünenabschnitt herunter zu fahren. Mit Snowboarden ist dieser Sport aber in keinem Falle zu vergleichen, da der Sand einen eher bremst und es verhältnismäßig langsam hinunter geht,weshalb nicht mal unser Tourguide diesen Sport beherrschte.














Samstag, 16. Juli 2011

Cusco (Dezember 2009)/ Aguas Calientes und Machu Picchu (Dezember 2009)


Die Winde trieben uns weiter Richtung Nordwesten in die Prunkstadt Cusco, die mit ihren antiken Plazas und Kirchen ein wahrhaftiger Augenschmaus ist. Zwar war Cusco eine ziemlich coole Stadt, in der auch Backpackermäßig viel los war und Sylvester bei einem riesen Umzug auf dem Plaza de Armas alle steilgingen, jedoch diente uns Cusco eher als Sprungbrett nach Aguas Calientes und Machu Picchu. Unsere Highlights dieser Stadt: Alpaka und Strauß gegessen, peruanische Massage genossen und im netten Hostel samt täglicher Speisung im benachbarten vegetarischen Restaurant einer Sekte logiert. 


Plaza de Armas








          Aguas Calientes und Machu Picchu (Dezember 2009)

Auf dem Machu Picchu-Berg

Wenn es eine gefährlichste Fahrt auf dieser Reise gab, dann war es wohl diese: im Jeep fuhren wir von Cusco aus auf einer Serpentinenstraße, die unmittelbar neben einem riesigem Abgrund entlangführte. Dieser Abhang ging mindestens 100 Meter in die Tiefe und wir sind während der uns viel zu schnellen Fahrt fast gestorben. Besonders schlimm war es, wenn sich ein entgegenkommendes Auto an uns vorbeiquetsche und wir nur wenige Zentimeter vom unbezäunten Abgrund entfernt waren.
Vor den Bahngleisen
Wir beteten mehrere Vaterunser und irgendjemand muss uns erhört haben, denn wir kamen in ganzen Stücken am Bahnhof an, von dem uns ein Zug nach Aguas Calientes bringen sollte. Aus irgendeinem unerfindlichen Grunde hatte unser Tourguide für alle Teilnehmer –außer uns- Zugtickets besorgt, welche man vor Ort nicht kaufen konnte und so hieß es: immer den Schienen entlang! Wir mussten über mehrere Brücken kraxeln, die lediglich auf einem Gleisübergang bestanden- wär ein Zug gekommen, wär das unser Aus gewesen.
Gegen Abend erreichten wir Aguas Calientes, welches uns wie eine Filmkulisse aus einem Cowboyfilm aus dem mittleren Westen Amerikas erinnerte. Wir der Name schon sagt, ist dieser Ort für seine warmen Thermalquellen bekannt, aber die erinnerten uns aufgrund ihrer kommerziellen Aufmachung eher an ein überfülltes Schwimmbad. Trotzdem schön, sich nochmal die müden Glieder mit ‘nem Cocktail in der Hand im warmen Becken zu entspannen. Bevor es aber zur großen Wanderung ging, mussten wir unbedingt noch einmal Meerschweinchen essen. So lag das arme Viech dann, im ganzen und mit ausgestreckten Beinchen vor einem auf dem Teller. Sogar sein Pelzkleide trug es noch, okay das ist übertrieben, aber die paar Haare im Mund waren echt nicht der Brüller. Es schmeckte nicht schlecht, hatte aber viel zu wenig Fleisch auf dem Körper, dafür aber doppelt so viele Knochen und eine ledrige Haut. Schmackofatz! Eine tolle kulinarische Entdeckung indes war Ceviche. Dieses Gericht ist der Stolz der Peruaner, jedoch ist seine Herkunft umstritten, gibt es Ceviche doch in tausendfacher Ausführung in Südamerika. Es besteht aus rohen Fischwürfeln, die in Limettensaft gebeizt, mit Zwiebeln und gebackenen Maiskörnern sowie Salat (oder anderen Zutaten, je nach Land) vermengt werden. 

Sicht auf Huayana Picchu
Am nächsten Tag ging es dann endlich zur sagenumwobenen Machu Picchu. Es war sehr regnerisch und bewölkt an diesem Tag und wir befürchteten, dass uns der weltbekannte Postkartenblick verwehrt bleiben würde. Nachdem wir den Huayna Picchu Berg bestiegen hatten, von dem aus man einen grandiosen Ausblick auf die  Ruinen hatte, zeigte sich der Wettergott gnädig mit uns. Unser Guide erklärte uns mehr über die mysteriöse Inka-Stätte. Machu Pichu stammt aus dem 15. Jahrhundert und befindet sich 2430 Meter über dem Meeresspiegel. Seine Bewohner lebten für diese Zeit wahnsinnig fortschrittlich. So ist es noch heute ein Rätsel, wie sie die riesigen Felsblöcke für die Erbauung ihres Reiches schleppen konnten. Auch bemerkenswert ist die Architektur, so sind die Mauern zum Beispiel so errichtet, dass sich verschieden große Steine ineinander verkeilen und außerdem in einem bestimmten Winkel im Boden verankert sind und so besonders Erdbebensicher sind. Moderne Gebäude können damit nicht mithalten, weshalb –laut Guide-  verschiedenste Forscher versuchen, der Bauart auf die Schliche zu kommen. Interessant war auch die Sonnenuhr aus Stein, wassergefüllte Steine zum Beobachten der Sterne, oder verschiedenste Rillen im Boden, welche bei einer bestimmten Stelle der Sonne verschiedenste Figuren zeigten. Für die damalige Zeit waren die Inka eine extrem fortschrittliche Kultur und man weiß nicht genau, wie sie verschwanden. Es ist eine Schande, dass ihr Wissen nicht weitergereicht wurde. 






















Aguas Calientes

Meerschweinchen
hmm lecker Meerschweinchen
Nationalgericht Ceviche